How to be a PLUS SIZE MODEL – Allgemeines – TEIL 1

Ihr Lieben,

schön euch wieder auf Kurven und Kanten anzutreffen, oder auch ein Hallo zu allen neuen Lesern.
Heute möchte ich mit euch über ein Thema sprechen, was mir sehr am Herzen liegt und über welches ich seit fast genau einem Jahr mindestens einmal die Woche ausgefragt werde: Das PLUS SIZE MODELN.
Kurven und Kanten gibt es nur, weil mir auffiel, dass ich als Plus Size Model nicht genügend „Platz“ für Erläuterungen hatte, an denen mir viel liegt. Für mich ist das Plus Size Modeln mehr als nur „Schönsein“ oder „für Schön gehalten zu werden“. Viel mehr sehe ich mich als Rolemodel – eine Art Vorbild – für spätere Generationen. Schaffen wir es, das momentan immer dramatischer ungesunde Schönheitsideal unserer Generation mit schönen normalen und gesunden Frauen zu bereichern, so eifern vielleicht meine Kinder später nicht Trends wie „Thigh Gap“ oder einer „DIN A4 Taille“ nach. Daran liegt mir wirklich viel. Ich möchte nicht sagen, dass wir keine dünnen Models mehr haben sollten und dass diese alle krank sind – auch das ist Bodyshaming –  doch ich bin der festen Überzeugung, dass sich viele Designer, Prominente und eben auch Models nicht bewusst sind, welchen Einfluss sie auf das Denken junger Menschen haben. Also lasst uns die Vielfalt unserer Schönheit zeigen und ein vor allem gesundes Körpergefühl unterstützen.
Denn erst wenn wir anfangen uns selbst zu akzeptieren und auch zu lieben, wie wir sind, können wir wirklich glücklich sein. Davon bin ich überzeugt.

Schon Oscar Wild wusste:
“Be yourself; everyone else is already taken.”

Ich selber stehe mit dem Plus Size Modeln noch am Anfang, doch man lernt schnell die Branche und Tücken kennen und daher möchte ich euch – für jeden, den es interessiert oder für zukünftige Plus Size Models – die Grundlagen mit auf den Weg geben:

  1. ALLGEMEINES

    Natürlich gibt es viele besondere Menschen, die in letzter Zeit in den Medien vertreten sind und die als Model arbeiten – mit Pigmentstörungen, besonders große Menschen, besonders kleine Menschen, Menschen mit offensichtlicher Behinderung und und und. Aber wie bei allem gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Klar, solltest du etwas ganz ganz Besonderes an dir haben: versuch dein Glück. Vielleicht ist es gerade die Besonderheit, die Menschen zum staunen bringen.
    Spricht man aber allgemein von gut gebuchten „gewöhnlichen“ Plus Size Models, so haben diese meistens eine Konfektion 40 bis 46/48, sind über 1,75m groß und haben möglichst eine Sanduhr-Figur. (Bevorzugt wird oft das Alter zwischen 20 und 25 – den Punkt lasse ich aber aus, da viele Mädels auch älter Erfolg haben. Generell gilt, der Proportionen wegen, dass man später mit dem Plus Size Modeln beginnen kann, als man es sonst von der Modelbranche kennt.)
    Das ist oft der Punkt, an dem sich viele Menschen aufhängen. „Eine Konfektion 40 sollte nicht als Übergröße gewertet werden!“, „Warum muss man so groß sein??!“ und und und. Die Regeln machen nicht wir. Und sie sind auch nicht unumstößlich, wie eine super-erfolgreiche Tess Holiday zeigt. Doch man muss es aus der Sicht der Modebranche sehen. Wenn Konfektion 32/34 als „normales“ Modelmaß gilt, so ist Konfektion 40 eine PLUS Size. Deswegen muss du dich jetzt aber nicht dick fühlen, solltest du eine 40 tragen, bitte.
    Die mindestens 1,75m Körperhöhe sieht man immer wieder bei Agenturen, die Plus Size Models suchen. Das liegt vor allem daran, dass ein Designer irgendwie schneidern muss. Es muss eine Standard-Größe gefunden werden, denn ein Kleidungsstück sieht bei einer Konfektion 46 auf 1,80m ganz anders aus, als bei 1,60m. Es muss irgendwie geplant werden. Die Kleidung kann nicht bei Shows oder Shootings auf deinen Leib geschneidert werden.
    Weiter gilt dieses Maß schon seit langer Zeit in der üblichen Model-Branche als Standard, die Proportionen so zu sehen sind wir gewohnt und es sieht auf dem Laufsteg auch einfach einheitlicher aus.
    Hast du zudem noch eine ausgeprägte Taille, so wirst du gern gesehen sein. Ich denke, die bevorzugte Sanduhr-Figur wird noch ein Überbleibsel der Evolution sein. So zeigt sich in der Psychologie, dass Männer Frauen mit einem Taille-Hüft-Index von 0,8 bevorzugen. Man spricht dort vom Verhältnis der Hüfte zur Taillie (mehr HIER), welches der Mann scheinbar intuitiv zur Kenntnis nimmt und die Frau für begehrenswerter – weil gebärfreudiger  und Nachkommen-sichernd – empfindet.
    Man kann sich viel über solche Dinge streiten. Ist dies richtig, ist das richtig – Fakt ist, dass es diese Richtlinien gibt, die deinen Erfolg wahrscheinlicher machen. Aber natürlich gibt es außerhalb dieser Richtlinien noch Chancen: kleinere Models (unter 1,75m) zum Beispiel, nimmt man halt dann eher für Shootings als für den Laufsteg. Ausgeschlossen ist ein Erfolg also nicht.
    Übrigens: „je größer, desto besser“ gilt auch nicht. Viele Agenturen suchen Models nur bis 1,80m zum Beispiel. Man muss halt wirklich in diesen kleinen Bereich reinfallen um „gute Karten“ zu haben. Aber bitte versprecht mir, euren Wunsch nicht wegen solcher Sachen zu verwerfen. Wenn du das Zeug zum Model hast, dann dürfen dich keine Zentimeter oder Kilogramm aufhalten.

    Ich beim Shooting für den Online Shop für Design for You Wien

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  2. SPORT UND ERNÄRHUNG

    Ich sage es dauernd und hier soll es auch ein wichtiger Punkt sein: Ein Plus Size Model ist ein ROLEMODEL. Ein Vorbild. Und dieser Funktion sollte man sich bewusst sein. Meine Meinung zu diesem Punkt ist, dass man Gesundheit vermitteln sollte. Wir können nicht Size Zero bemängeln, weil es so ungesund sei und dann ein völlig konträres aber ebenso ungesundes Möchtegern-Ideal totaler Völlerei vermitteln.  Ich setzte mich dafür ein, dass Plus Size Models im gesunden Bereich gezeigt werden sollten. Es steht mir nicht zu, hier ein Gewicht oder eine Konfektion zu nennen, ab der man als gesundheitlich gefährdet gilt (dazu sei hier auf meinen Blogpost „‚Plus Size‘ = ‚krank‘?! – Stimmt das?“ verwiesen), aber wenn ihr ehrlich zu euch selbst seid, wisst ihr, ob euer Gewicht euch einschränkt, gefährlich ist, eurer Gesundheit schadet und ob ihr es reduzieren solltet.
    Ich bin der festen Überzeugung, dass man erst, wenn man akzeptiert, dass man nicht einem bestimmten Ideal entsprechen MUSS, man seinen eigenen gesunden Wohlfühlkörper erreichen kann. Denn erst wenn du dich selber akzeptierst und liebst, tust du deinem Körper wirklich nur Gutes – er wird es dir danken.
    Und dem Körper Gutes tun, dazu gehören gesunde Ernährung und Sport.
    Ein Plus Size Model sollte sich ebenso gesund ernähren und Sport machen, wie jedes andere Model bzw. jeder gesunde Mensch auch. Das bedeutet: Keine Völlerei, bis man nicht mehr stehen kann, UND keine Wattebäuschchen in Orangensaft getränkt (ja das machen Magermodels wirklich!!). Achte auf eine gesunde Balance, trinke viel Wasser, koche selber und greife bevorzugt zu viel Obst und Gemüse, sowie zu ballaststoffreichen Kohlenhydraten (in Maßen). Achso, und für die Psyche gehört die ein oder andere Süde immer dazu. Dauerverzicht macht unglücklich und führt zu „Frustfressen“.
    Zum Sport sollte ich nicht viel sagen müssen. Wer lange leben will, muss in Gang bleiben. Such dir eine Sportart, die dir Spaß macht. So ist es keine Qual und glaub mir, es gibt da sicher etwas.Nur mit Sport und gesunder Ernährung wirst du straffe und reine Haut haben und das sieht man einem Model an. Sicher kann Photoshop alles, aber um gebucht zu werden ist beides das A und O.

    Ich fühle mich am Besten, wenn ich abends auf viel Kohlenhydrate verzichte zum Beispiel:

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    Und mein geliebtes FITBIT (ein Schrittzähler-Armband) zählt jeden Tag meine Schritte. Wenn das Ziel von 10.000 Schritten (etwas weniger als 8 km) noch in weiter Ferne liegt, steig ich auch gern mal eher aus der Straßenbahn und laufe heim. Ohne Witz – ich hätte das nie gedacht – aber es motiviert sooooo sehr. Hier seht ihr mal so ein Tagesergebnis in der App:

     

    die App zeigt mir dann, wie aktiv mein Tag wirklich war.
  3. SOCIAL MEDIA UND DEINE WEBSITE

    So verhasst dieses Thema oft auch ist: Social Media ist DAS Sprungbrett. Ohne Social Media würdest du wahrscheinlich diesen Blog nicht kennen, ich hätte kaum einen meiner bisherigen Modeljobs gehabt und ich könnte nicht täglich immer neuen Followern von eben diesen erzählen. Social Media kann anstrengend sein, denn es ist viel Arbeit regelmäßig zu posten, zu reagieren und aktiv dort zu bleiben. Facebook zum Beispiel verzeiht nichts. Bist du über eine längere Zeit abwesend, so sinkt deine Reichweite (also die Personen, denen dein neuer Post angezeigt wird) rapide ab und alle Arbeit geht von vorn los. Nur kontinuierliches Posten und Interagieren sichert dir ein beständiges Publikum.
    Wann ist der Zeitpunkt, ab der man eine Facebook-Modelseite erstellen sollte? Ich würde sagen, ab dem Zeitpunkt, wo du drüber nachdenkst und auch was „zeigen“ kannst. Ich habe sie erstellt, als ich meinen ersten Modelvertrag unterschrieben hatte. Dort hatte ich mich mit älteren (aber professionellen) Modelfotos beworben (dazu später mehr) und ich hatte mir vorgenommen, jetzt wo jemand an mich als Model glaubt, zu lernen und zu üben. Schließlich sollten zukünftige Kunden später zufrieden mit mir sein. Also organisierte ich Shootings und postete die Ergebnisse fleißig auf Facebook. Zuerst lud ich meine Facebookfreunde ein (das kann am Anfang echt Überwindung kosten, finde ich), später wuchs meine Seite von allein immer weiter.
    Instagram nutze ich um private Einblicke in mein Leben zu geben. Wo bin ich, was mach ich, was ziehe ich heute an…- sowas poste ich auf Instagram und wenn es eine Relevanz fürs Modeln hat, teile ich dieses Instagrambild auch häufig auf meiner professionellen Modelseite.
    Eine Website habe ich auch, weil ich der Meinung war, dass das zur Professionalität dazu gehört. Dort findet ihr meine komplette Portfolio, bisherige Jobs und meine aktuelle Sedcard. Ich bin aber der Meinung, dass Facebook bereits eine Website in seiner vollen Wichtigkeit abgelöst hat. Trotzdem ist meine Website immer auf dem neusten Stand.

    Meine Model-Facebookseite – 669 Likes, aber ihr seht an der Betragsreichweite, dass ich noch an meiner Klausurenauszeit zu kämpfen habe… aber ich gebe mir Mühe 🙂

     

    Ein Screenshot meiner Website: http://www.stephanielueer.jimdo.com
und mein Instagram-Screenshot für euch.

 

Puuuuhhh, ich habe nicht gedacht, dass es doch soooo viel zu sagen gibt. Ich hoffe, für euch war es interessant. „How to be a PLUS SIZE MODEL“ wird eine Serie werden und am Donnerstag, wenn ihr denn wieder vorbeischaut, erzähle ich euch, wie man zu professionellen Fotos und einer Modelmappe kommt. Außerdem wird es um Posing und das Laufen auf einem Catwalk gehen.

Habt ihr vielleicht Fragen zu einem der behandelten oder kommenden Themen oder etwas, das ihr schon immer wissen wolltet? Dann kommentiert doch hier oder auf Facebook oder schickt mir eine mal an kurvenundkantenblog[at]gmail.com – ich würde mich freuen. Außerdem lasst mich vielleicht Wissen, was ihr von allem Gelesenen haltet. Findet ihr die allgemeinen Richtlinien richtig? Welche Richtlinien fändet ihr wichtig? Was muss ein Plus Size Model für euch haben?

Danke, dass ihr wieder vorbeigeschaut habt.

Küsschen, eure Stephie

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