How to be a PLUS SIZE MODEL – Agenturen, Verträge und die Community – TEIL 4

Willkommen auf Kurven und Kanten,

und zu einem neuen Teil meiner Serie „How to be a PLUS SIZE MODEL“. Heute kommt ein Teil, der immer etwas undurchsichtig für außenstehende ist und der ständige Bemühungen bedarf – quasi der WORKING-Part.

 

Agenturen

Ein leidiges Dauertthema in dieser Branche sind Agenturen. Sicher gibt es Leute, die es auch ohne Agentur schaffen oder die von großen Agenturen angebettelt werden, dass sie bei ihnen unter Vertrag kommen. Das ist NICHT die Regel. Wer regelmäßig Geld mit dem Modeln verdienen will, für große Lables shooten möchte und quasi „angestellt“ sein möchte, suche sich auf jeden Fall eine Agentur. Diese Verträge bei großen Agenturen sind so begehrt und im Grunde sehr schwer zu bekommen, dass sogar eine Heidi Klum ja bei „Germanys next Topmodel“ solche als Gewinn in aussicht stellt.
Ich habe vier Agenturen und werde euch hier erzählen, was ich so weiß. Meine Agenturen sind keine großen – sondern eher lokale, kleinere, die auch mal Schauspieler z.B. aufnehmen. Das muss nichts schlechtes sein, denn was möchtest du? Du möchtest Jobs bekommen. Und jeder fängt mal klein an. Halt auch mit kleinen Agenturen und kleinen Jobs. Bewirb dich aber ruhig auch bei den großen, vielleicht hast du genau DAS, was die grad suchen.
Was macht eine Agentur? Eine Agentur steht im direkten Kontakt zum Kunden. Im besten Fall kommt also ein Kunde zu deiner Agentur, sagt er möchte ein Mädchen, das SO, SO und SO aussieht und DAS und DAS kann – und die Agentur denkt es passt genau zu dir. Also schreibt deine Agentur dir eine Email oder ruft dich an (manchmal wird man auch einfach so vorgeschlagen), fragt ob du am Dreh- oder Shootingtermin Zeit und Lust hättest und wenn alles passt, wirst du dem Kunden als potenzielles Model vorgeschlagen. In diesem Prozess schickt deine Agentur deine Polaroids und deine Sedcard dem Kunden – aber natürlich meistens auch noch die von anderen Models. Gefällst du dem Kunden, bekommt die Agentur von ihm Rückmeldung, dass sie dich buchen wollen und die Agentur sagt dir dann wo du wann sein sollst.
Diese „Vermittlerrolle“ lässt sich die Agentur natürlich bezahlen – also all die Arbeit, die sei haben. Du bezahlst sie mit meistens 20-25% deiner Gage, die du vom Kunden bekommst. (Der genaue Prozentsatz ist abhängig von deiner Agentur, 20-25% ist aber sehr üblich.) Diese Absprache der Bezahlung hast du vorab in deinem Modelvertrag vereinbart.
Modelverträge gibt es auf 2 Arten: exklusiv und nicht-exklusiv. Das bedeutet, ob du an die Agentur gebunden bist oder nicht. Ein Exklusivvertrag sichert dir zwar pro Jahr eine abgesprochene Anzahl an Aufträgen und ein kontinuierliches Bemühen deiner Agentur, schließt du ihn aber mit einer kleinen Agentur, die kaum Aufträge hat, hast du ein Problem. Du darfst nämlich bei einem Exklusivvertrag KEINE ANDEREN AGENTUREN oder JOBS haben. Deine Agentur hat dich in der Hand. Das kann aber auch gut sein, wenn es eine bekannte, große Agentur ist – die bieten dir sichere Aufträge und gute Betreuung.
Üblicher ist es nicht-exklusive Verträge zu haben, besonders als noch „kleines“ Model. Es bedeutet, dass du so viele Agenturen haben darfst, wie dich haben wollen. Du darfst dir selber Jobs organisieren, ohne dass deine Agentur davon etwas „abbekommt“. Aber bitte achte bei deiner Agentursammlung darauf, Agenturen aus unterschiedlichen Regionen anzunehmen. Das sichert dir, dass du über einen geoßen Bereich der Jobs informiert bleibst und deine Agenturen nicht alle den gleichen Job vergeben. Das gibt dann oft Ärger. Was du bei nicht-exklusiven Verträgen haben kannst ist, dass du eine Karteileiche wirst. Wenn eine Agentur alle Bewerber nimmt, aber keine Jobs bringt, schau dich lieber weiter um. Generell gilt, immer wieder neu bei größeren Agenturen bewerben.
Meine Agenturen sind z.B. in Wels (Österreich), Rohrbach (Österreich), Wien (Österreich) und München (Deutschland).
Woran erkennt man eine nicht-seriöse Agentur? LIES Veträge genau. Wie überall gibt es hier nun besonders viele schwarze Schafe, die in deinem Traum Model zu sein verdienen möchten. BEZAHLE KEIN GELD VORAB, KEINE AUFNAHMEGEBÜHR VORAB ODER EINEN JAHRESBEITRAG. Oben habe ich schon gesagt: du bezahlst die Agentur von deiner Gage. Also strengt sich die Agentur natürlich an, dir Jobs zu besorgen. Zahlst du einen Jahresbeitrag oder monatlich: warum soll sich deine Agentur denn bemühen? Du zahlst sie doch einfach so! Zahle auch nicht vorab für die Aufnahme oder die Erstellung einer Sedcard. Seriöse Agenturen ziehen dir, wenn nötig, einen abgesprochenen Betrag von deiner ersten Gage ab. Seid also vorsichtig und lieber einen Tick zu misstrauisch. Auch Agenturen, die dich plötzlich zu einem großen Job in die USA schicken wollen, obwohl du kaum Erfahrung hast und gar nicht bei ihnen unter Vertrag bist, hören sich komisch an. Bei aller Euphorie, vergiss deinen gesunden Menschenverstand nicht.
Sonst gilt: BEWERBEN, BEWERBEN, BEWERBEN.
Und lass dich nicht unterkriegen. Du wirst viele Absagen bekommen. Aber mal ist auch mal eine Einladung in deine neue Agentur dabei. Kopf hoch!

Die Community

Vielleicht werdet ihr euch fragen: was ist denn damit gemeint?! Besonders im Moment noch zählt beim Thema Plus Size: GEMEINSAM SIND WIR STARK. Höre dich in deiner Nähe oder auf Facebook um – es gibt sie: die Plus Size Community. Wir sind noch klein, ja, aber man kennt sich. Blogger, Models, sonstige Veranstalter, Ladenbesitzer… ihr müsst zusammenhalten. Unterstützt euch, liked und teilt euch auf Facebook gegenseitig, lest gegenseitig eure Blogs, geht zu Treffen und seien sie noch so klein. Für mich ist die Plus Size Community die größte Bereicherung der letzten Jahre. Sicher, Plus Size Modeln hört sich toll an, aber viel wunderbarer ist, wie viele tolle Leute ich dabei kennenlerne. Fotografen, Visagisten, Blogger, Kooperationspartner – sie werden zu Freunden. Und mal vom Rückhalt, den man nun endlich bekommt abgesehen, kommen so auch die tollsten Jobs zu stande. 90% meiner bisherigen Jobs habe ich durch Kontakte und Social Media bekommen. Endlich trifft man das Model, dem man schon lange auf Facebook folgt, die vermittelt einen dann weiter und so weiter. Mein Tipp also: KENNT „EURE“ LEUTE. KENNT DIE PLUS SIZE COMMUNITY. Wisst wo alle hingehen, wo man sich trifft, worüber man gerade redet und ihr werdet neue Freunde und Chancen bekommen.
2 Beispiele von mir:
ich war 2013 beim Sheego Styling-Workshop eingeladen und habe dort die wunderbare Vanessa kennengelernt. Wir waren gleich auf einer Wellenlänge und schon damals erzählte sie, wie gerne sie einen Blog schreiben würde. Und siehe da 2015 hat sie begonnen und jetzt ist sie schon ein ganzes Jahr dabei. Ihr kennt ihren Blog wahrscheinlich: „Be real. Be plus.“ – so und nun sind wir nicht mehr nur Freundinnen, sondern auch Kolleginnen, die sich mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie hilft mir so oft – mir Blogger-Küken – wenn ich mal Hilfe brauche. Danke dafür, Nessi! Ich hab dich soooo lieb. 🙂

Vanessa und ich beim Sheego-Styling-Workshop
(c) Sheego

Beispiel Nummer 2 ist die tolle Bobby. Bobby kennt ihr von Curvect und vielleicht habt ihr es schon gehört: wir hatten letztens unser erstes Plus Size Event in Wien *_* und ich durfte dabei sein. Bobby kannte ich durch Facebook. Da war sie überall dabei. Und so habe ich gelesen, dass sie beim Geburtstag von Gabis Plus Size Laden STOR sein würde. Ich hatte ihr schon vorher Hilfe für die CurVienna angeboten und so konnten wir uns endlich persönlich kennenlernen und drüber quatschen. Endlich habe ich jemanden in Wien getroffen, der Plus Size genauso wie ich zum Thema machen wollte und das Beste: MIT PLAN. So habe ich Bobby kennengelernt. Ich habe natürlich als „Eierlegende Wollmilchsau“ an allen Ecken und Enden auf der CurVienna geholfen und habe Bobby dabei total ins Herz geschlossen. Etwas später durften wir sogar zusammen für „Grand Styles – by Miriam Jezek“ vor der Kamera stehen! Seht selbst:

(c) Grand styles – by Miriam Jezek

Ohje, jetzt hab ich doch wieder so viel erzählt, dass ich mir das Thema JOBS und CASTINGS für die nächste Woche aufheben werde. Sonst lest ihr hier ja Stunden über Stunden und dieses Thema ganz ganz kurz abhandeln möchte ich nun auch nicht. Also – nächste Woche lest ihr in der Serie „How to be a PLUS SIZE MODEL“ über Castings, Jobs und darüber, was alles in deine Modeltasche gehört.
Ich würde mich freuen, wenn ihr wieder mitlest.

Küsschen, Stephie

Ein Kommentar

  1. Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich freue, wenn du so über mich sprichst… 😀 Ich finde es wirklich super, dass du deinen Weg gehst. Lass dich nicht unterkriegen. Denn den Erfolg, für den man hart gearbeitet hat, weiß man viel mehr zu schätzen!

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